trans swiss trail - in 19 tagen durch die schweiz
kraeuterling 11. August 2009
475km von porrentruy nach lugano…. eine rechte strecke, wenn man sie zu fuss zurücklegen will!
ein tagesablauf, welcher eigentlich immer der gleiche ist: aufstehen, füsse und blasen verpflastern, frühstücken, wandern, rasten , wandern, duschen, abendessen, schlafen… dennoch ist jeder tag speziell und eigen. die landschaft verändert sich und man trifft immer wieder auf andere leute. auch das wetter kann natürlich seinen teil zu unvergesslichen momenten beitragen.
tag 1; porrentruy - soubey
ca. 32 km, 7h
wir starteten also am bahnhof des jurastädtchens nahe der französischen grenze, bepackt mit allem was man in drei wochen so brauchen könnte. unsere erste etappe führte uns nach st. ursanne, wo ein grosses mittelalterfestival die ganze altstadt um jahrhunderte zurückversetzte. nach einem kleinen verpflegungshalt zogen wir dem doubs entlang weiter bis nach soubey wo wir in schlafsack und stroh übernachteten. dabei konnten sich unsere rücken von der noch ungewohnten last erhohlen.
tag 2; soubey - les breuleux
ca.20km, 5.30h
bei leichtem nieselregen starteten wir unseren tagesmarsch nach les breuleux. der weg führte uns via saignelégier über viele pferdeweiden durch die freiberge. bestens verpflegt fielen wir schon früh in unsere betten und genossen den erhohlsamen schlaf.
tag 3; les breuleux - chezard
ca.26km, 6.45h
durch wald und wiese führte uns der weg auf den mont solei, vorbei an riesigen windrädern und grossen solaranlagen. nach kurzer rast nahmen wir den langen, recht steilen abstieg auf asphaltweg in richtung st-imier unter die füsse. die freude unten angekommen zu sein war nur von kurzer dauer, den von le plan bis le bec à l`oiseau mussten wir uns in sommerlichen hitze einen langen steilen waldweg hoch kämpfen, der es wahrlich inne hatte. dieser tag war geprägt von geografischem auf und ab. erleichtert waren wir asl wir herzlichst im b&b Cuche in chezard empfangen wurden. ein schönes haus am waldrand mit aussicht übers tal und einem pool, den wir zur abkühlung nutzen durften. nach mittelmässiger verpflegung im nachbardorf legten wir uns zu frieden zur ruh.
tag 4; chezard - cudrefin
ca.12km, 3h
eine kurze tagesettappe an den neuenburgersee, welche jedoch nicht enden wollte! geplagt won einigen blasen führte uns der weg hinab nach neuenburg wo wir uns in einer apotheke eindeckten. mit dem schiff querten wir den see und kamen kurz darauf im campoingplatz cudrefin beim wohnwagen von priskas gotte an. nach einkauf, dusche und wäscherei durften wir uns auf nachbars grill unsere cervelats grillieren. dabei wurden wir mit eisgekülten minzesirup und feinem couscoussalat eingedeckt. nach einem spannenden fussballspiel (saisoneröffnung; yb-fcz) legten wir uns in die betten wo wir nur kurz ruhe fanden. es hatte sich ein riesengewitter zusammengebraut dessen blitze, donner und der prasselnde regen uns noch lange wach hielten.
tag 5; cudrefin - laupen
ca. 32km, 7.45h
in strömendem regen starteten wir am morgenin richtung mont vully. kurz vor beginn des aufstieges konnten wir jedoch unsere regenkleider ablegen und die sonne strahlte wieder. nach einem rutschigen abstieg und einer halben murtenseeumrundung erreichten wir murten wo wir eine kurze rast machten bevor es in richtung salvenach weiterging. nach einem langen geraden enddstück der saane entlang erreichten wir endlich laupen, wo wir uns im bären einquartierten und uns unser bäuche vollschlugen. somit hatten wir nun endgültig den französischen teil unsere route hinter uns gelassen und ich konnte wieder frei und unbekümmert reden…
tag 6; laupen - bern
ca. 21km, 4.15h
entlag der sense führte uns der weg bei sonnigen wetter in richtung bundeshauptstadt. durch wald und wiese kamen wir bern näher, welches sich auf ein wochenende mit gurtenfestival und viel regen vorbereitete. mit dem tram furen wir ins zentrum und bezogen unsere betten in der jugi in der es an diesem weekend natürlich heiss zu und her ging. in dieser nacht wurden wir jedoch kaum von den kids wachgehalten. ein starkes gewitter eröffnete uns eine regenwetterperiode, in der wir in den nächsten 2 tagen voll und ganz auf unsere rechnung kommen sollten.
tag 7; bern - lützelflüh
ca. 34km, 8h
pünktlich zum start im bärengraben begann es wie aus eimern zu giessen. eingepackt in unsere regenkleider machten wir uns auf den weg der aare entlag richtung worb. von dort querten wir bei zwischenzeitlich trockenem wetter die hügel um unter einem weiteren gewitterguss in kleineren wildbächen richtung lützelflühabzusteigen. in total durchnässten schuhen kamen wir im hotel an, wo wir all unsere sachen zum trocknen aufhängen konnten und unsere schuhe in der nacht mehrmals mit trockener zeitung ausstopften. eine fettige berner rösti sollte mich durch die nacht begleiten, lag sie mir doch bis in die frühen morgenstunden schwer im magen…
tag 8; lützelflüh - eggiwil
ca. 23km, 6.5h
schuhe trocken, alles trocken! frühstücksgestärkt machten wir uns auf den weg. es dauerte nicht lange bis es wieder begann leicht zu regnen. abgehärtet vom vortag machte dies aunsere guten laune jedoch keinen abruch und schon bald sassen wir im wartesaal des bahnhofs langnau und assen diverse kleinigkeiten um unsere bäuchlein voll zukriegen. gestärkt nahmen wir den aufstieg in angriff und wanderten über die hochwacht und den hinter girsgrat in richtung eggiwil. für den abstieg ins dorf sollte es noch einmal “aus allen rohren feuern” und so kamen wir etwa gleich durchnässt wie am vortag im hotel an. da selbe prozedere nahm seinen lauf, alles auspacken, trocknen was getrocknet werden musste und heiss duschen. nach einem feinen znacht lichtete sich der himmel und lies gutes für den nächsten wandertag verhoffen.
tag 9; eggiwil - salwideli
ca. 26km,8.15h
tatsächlich hielt das wetter an diesem morgen und so machten wir uns trockenen fusses an den aufstieg zum wachthubel, das wetter heiterte auf und so hatten wir eine recht gute aussicht auf schrattenfluh und hohgant. nach einem steilen abstieg machten wir in schangnau eine rast bevor wir in richtung kemmeriboden-bad weiterzogen. nach scheinbar endloser route erreichten wir die gaststätte von schon fast nationaler bedeutung und so konnten wir uns endlich die wohlverdiente merängge einverleiben. welch ein genuss!!! mit schweren beinen und vollem bauch machten wir uns auf den weg in die entlebucher hochmoorlandschaft, wo wir zwischen brienzer rothorn und schrattenfluh auf ca 1400 meter übernachteten.
tag 10; salwideli - sachseln
ca. 27km, 7.5h
bei strahlendem sommerwetter machten wir uns auf den abstieg nach sörenberg. dort deckten wir uns wieder mit lebensmitteln ein und stiegen später auf zum glaubenbielen pass, der übergang von entlebuch zu obwalden. ein langer abstieg ins tal nach giswil machte unseren knien doch recht zu schaffen. nach kurzer stärkung im heissen talgrund entschieden wir uns, noch bis nach sachseln dem sarnersee entlang zu wandern. im banhöfli bezogen wir ein kleines herziges dachzimmer. die heissen dachziegel waren ideal um die frisch gewaschene wäsche in rekordtempo zu trocknen. ein feines cordon bleu rundete diesen sonnigen tag ab. inzwischen hatten wir die hälfte unsere strecke gelaufen…
tag 11; sachseln - buochs
ca.25km, 7.45h
heiss war es schon früh an diesem morgen, ein kurzes gewitter liessen wir an uns vorüberziehen bevor wir uns auf die socken machten. nach einem kurzen aufstieg hatten wir das flüeli ranft die wahlfartsstätte dvon brueder klus erreicht. auf hügeligem weg fürte uns die route mit blick aufs stanser horn stans entgegen da sich dieser abschnitt des trails mit dem jakobsweg deckt begegneten uns an diesem tag sehr viele pilgerer, denen wir mit mehr oder weniger grosser mühe klar machen mussten, dass es auch wanderer gibt, die nicht pilgern… nach einem halt am winkelrieddenkmal in stans wanderten wir noch bis nach buochs am vierwaldstättersee, wo wir nach einer superfeinen pizza bei grosser hitze in unser bett fielen und uns vom “nicht pilgern” erhohlten.
tag 12; buochs - seedorf
ca.27km, 8.5h
nach kurzer “promenierzeit” am see kamen wir nach beckenried zur risletenschlucht, welche mehr senkrecht als steil in die höhe ragt. nichts desto trotz war dies unser weg nach seelisberg. nach einer rast im dorf führte uns der weg weiter über viele treppen hinunter nach bauen. mit schlottrigen knien erreichten wir das seeufer an welchem wir unter tunneln und promenaden nach seedorf am ende des urnersees weiterzogen. im rössli fanden wir unterkunft, verköstigt wurden wir bei “chez gerlinde”, einer urigen deutschen, weche uns mit einer guten küche nicht schlecht beglückte. abgerundet wurde der tag mit einem seltenen fernsehabend…
tag 13; seedorf - wassen
ca.27km, 7h
da das rössli eigentlich zu war bekamen wir unser frühstück im benachbarten volg. eher etwas unkonventionell gestärkt marschierten wir nun das urner reusstal hinauf. der föhn blies warm und extrem stark. es war staubig heiss und extrem laut. fluss, zug und autobahn machten den wandertag nicht gerade konfortabel. in erstfeld lernten wir bei einer rast ein paar aus der ostschweiz mit ienem golden retriver kennen das sich auf dem weg der via gottardo nach bellinzona befand, wir trafen uns immer wieder bis zum gottardpass, dort trennten sich dann unsere wanderwege wieder. nach langer nicht gerade attraktiver wanderung erreichten wir wassen wo wir uns nach einem zimmer umschauen wollten. nach ein paar kurzen hotelchecks fand ich ein kleines chalet das von zwei brüdern zu einem backpacker hostel umgebaut worden ist. extrem schön uns mit viel liebe eingerichtet begeisterte uns dieses haus absolut. glücklicherweise war das einzige doppelzimmer noch nicht vergeben und sokamen wir in den sehr preisweten genuss dieses bijoux…
tag 14; wassen - hospental
ca.10km, 3h
eine wahre kurzettappe! schnell mal kurz nach göschenen und von durch die schöllenen, über die teufelsbrücke vorbei am suworov denkmal nach andermatt. dort hatten wir den halben tag zeit zum käffele mit unseren wanderbekannten. gegen abend gings dann noch weiter nach hospental, wo wir in einem privaten gästehaus unterkamen und gut verpflegt einschliefen.
tag 15; hospental - airolo
ca. 16.5 km, 5.5h
nachdem es am vorabend noch leicht geregnet hatte präsentierte sich das wetter wieder von seiner trockenen, schönen seite. das tagesziel war klar definiert, auf direcktem weg zur passhöhe und dort bei demn unfreundlichen leuten des wurststandes eine grillwurst ergattern - ein muss bei jeder gottardpassage! es war windig auf der passhöhe, so zog es uns nach der wurst in schützende restaurant. als attraktions konnte mann noch die gottardpostkutsche bestaunen, welche für extrem viel geld immer noch leute von andermatt nach airolo transportiert- ein spass, der wirklich kaum zu bezahlen ist!!! wir setzten unseren weg jedoch zu fuss fort und stiegen über die alte passtrasse hinunter nach airolo, wo uns die sommerwärme wieder voll erfasste. im aloggio girasole fande3n wir zwei betten in einem mehrbettzimmer, welches sich im späteren abend noch unangenehm füllen sollte. der lärmpegel beschäftigte uns noch bis früh in den morgen. dafür wurden wir kulinarisch auf bestem tessiner niveau verwöhnt, gute polenta und schmorbraten und ein feines gelati rundeten den tag ab.
tag 16; airolo - anzonico
ca. 30 km, 9h
starda alta, so der name dieses historischen weges hoch über der leventina, den wir an diesem tag beschritten. ein nicht endender weg zwischen 1100 und 1400 meter über meer kleine wege durch wälder, wiesen und dörfer. ein ewiges auf und ab das sich nach ein paar stunden immerzu zu wiederhohlen scheint… nach einer anstrengenden, heissen wanderetappe mit ein paar gesichteten schlangen waren wir froh ein gemütliches zimmerchen in der osteria anzonico zu beziehen. kulinarisch wurde uns dort etwa das grösste geboten, was wir in den ganzen zeit unterwegs erleben durften. ein kaninchen mit pasta und gemüse das wirklich erstklassig war! schon für das hausgemachte brot lohnt es sich wieder dorthin zurück zukehren, einfach grossartig!!!
tag 17; anzonico - bellinzona
ca.41km, 11h
der weg änderte sich auf dem ersten abschnitt nicht gross, auf und nieder , immer wieder… doch oberhalb pollegio in der nähe von biasca begann der weg steil abzufallen und endete in einem treppenabstieg in einer felswand. nachdem wir uns in biasca gestärkt hatten, machten wir uns auf den weg nach bellinzona. 23 km entlang des ticino eine strecke die mit der zeit eintönig wurde. natürlich liessen unsere kräfte langsam nach und so wurde das letzte stück zu einer reinen kopfsache…mit einem nicht alzu runden gang und total fertig bezogen wir nach einigem suchen ein extrem kleines hotelzimmer. dank dem lift war es uns noch möglich, im restaurant im erdgeschoss uns mit feinen gnocchis den happigen tag abzuschliessen.
tag 18; bellinzona - isone
ca. 11km, 4h
nach den strapazen des vortages gönnten wir uns etwas längeren schlaf als sonst. so räumten wir unser zimmer erst auf den mittag und giengen in ein café frühstücken. nach dem mittag machten wir uns dan auf den weg richtung isone. ein steiler aufstieg zehrte an unseren kräften, aber schlussendlich hatten wir den hochgelegenen waffenplatz der grenadiere erreicht. nach mühsamem abstieg kamen wir in unserem hotel im dorf an und nutzten die zeit bis zum essen mit dösen und lesen. eine eher mässige lasagne liess die freude am nachtessen eher schnell verblassen.
tag 19; isone - lugano
ca.20km, 6,5h
da war sie also, die letzte etappe… als wir am morgen in nisone starteten sahen wir eine gruppe von grenadieren mit vollpackung den berg hochjoggen, natürlich sahen wir sie nur kurz, denn unser tempo war nach 18 tagen nicht ganz so hoch. nach einem aufstieg zum gola die lago fürte uns der weg über einige anhöhen in richtung tesserete. das letzte stück weg führte uns nochmals durch kastanienwälder nach comano. von dort war der weg leider nur noch schlecht signalisiert aber mit hilfe der karte und einer guten orientierung fanden wir schlussendlich den weg zum bahnhof in lugano und somit zu unserem ziel. 475km nach unserem start im jura waren wir zufrieden und glücklich, etwas ganz besonderes geschaft zu haben. wir belohnten uns mit einem schönen hotelzimmer in lugano und genossen noch eine tag am und auf dem see.
am tag darau furen wir mit dem zug nach hause. es war sehr eindrücklich zu sehen, wo wir tage vorher zu fuss unterwegs gewesen waren , erst da wurde mir so richtig bewusst, was wir geleistet hatten.
- kraeuterling? , outdoor
- 1 Kommentar
Toll, ich habe das Gefühl bekommen, dabei gewesen zu sein. Danke für diese tolle Beschreibung! Und ja: hier wurde wirklich was geleistet!